


Academics 4 Justice bei der AntiSiko-Kundgebung am 14.02.2026 Marienplatz
Vielen Dank an alle Genoss:innen und Mitstreiter:innen für die Organisation der Anti-Siko und danke an euch, alle die heute hier sind!
Heute ist Valentinstag und wir stehen auf der Straße, in einer Stadt, die sich gern als Herz „westlicher Werte“ inszeniert. Aber was wir hier sehen, hat mit LIEBE, FRIEDEN und DEMOKRATIE wenig zu tun.
Die Münchner Sicherheitskonferenz MSC gibt sich als Held und Hüter der Demokratie. Doch versammelt sind hier Präsidenten, Minister, Rüstungs-CEOs, Big Tech Milliardäre, Universitäten die FREIWILLIG an ihrer Seite stehen.
Und Ihre “westlichen Werte?”
Einer der Hauptsponsoren der Sicherheitskonferenz ist PALANTIR, ein KI Konzern, der laut UN Bericht militärische Software an Israel liefert, die algorithmische „Kill Listen“ von Palästinenser:innen erstellt. Und ratet mal wer über 2.600 Mal in den Epstein‑Akten genann wirdt? Peter Thiel, Palantir‑Mitgründer, Milliardär, finanzieller Unterstützer von Anduril.
Anduril ist ein US‑Unternehmen für Verteidigungstechnologien und offizieller Partner der Münchner Sicherheitskonferenz.
2025 wurde Anduril heftig kritisiert, weil es mit einem Waffenproduzenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kooperierte, der beschuldigt wird, den Genozid im Sudan mit zu bewaffnen. Gründer, Palmer Luckey,bezeichnet sich selbst als "radikaler Zionist" und ist der Meinung: „Man braucht Menschen, die krank sind wie ich, die keinen Schlaf verlieren, wenn sie Maschinerie zum Töten herstellen“.
Und Anduril und Palantir sind nicht die einzigen.
Mit auf der Bühne steht auch Xtend, eine israelische Militär-Drohnenfirma.
Dazu auch Elbit und Rafael, Israels größte Waffenhersteller.
Das sind Konzerne die Drohnen, Präzisionsbomben und Überwachungstechnologien an Israel liefern, die in Gaza und im Westjordanland einegsetzt werden.
Und das sollen die Leute sein, die „unsere Sicherheit“ garantieren?
Für wessen Sicherheit wird denn hier gesorgt??
Nicht die Sicherheit der Vertriebenen, der Bombardierten, der Deportierten oder Hungernden.
Was gesichert wird, ist geopolitische Dominanz.
Die Sicherheit von Leuten wie Epstein. Unternehmensgewinne. Und ein globales System der Ungleichheit.
Und wir sollen uns von Miliardären mit engen Verbindungen zu Menschenhandel, Kindermissbrauch und Kriegsprofiten heute erklären lassen, was Moral sein soll?
Man würde denken: Bildungseinrichtungen, Universitäten, Akademische Institutionen, die müssten doch die Grundlage von Moral und Ethik verteildigen, dabei sehen wir genau das Gegenteil:
Die Technische Universität München wird im UN‑Bericht von Francesa Albanese ausdrücklich als Akteur in der Ökonomie der Besatzung benannt. Dokumentiert wird, wie TUM z.B. mit Israel Aerospace Industries kooperiert, wie EU‑Gelder in gemeinsame Projekte fließen, die für Militärdrohnen, Überwachung und die Verwaltung eines Apartheidstaates genutzt werden.
Der UN‑Bericht zeigt auch, wie zentral das EU‑Forschungsprogramm Horizon für diese Ökonomie der Besatzung ist.Israel hat inzwischen über 2,5 Milliarden Euro aus den Horizon‑Programmen erhalten, dem größten Forschungsfonds Europas. Dieses Geld landet direkt in der Kriegsindustrie: Elbit Systems, heute hier bei der MSC vertreten, ist einer der großen Profiteure dieser EU‑Forschungsgelder;
Etwa 60 Prozent der Horizon‑Mittel für Israel gehen an Universitäten wie das Technion. TUM arbeitet selbst mit dem Technion zusammen, an einem Raketen‑ und KI‑Projekt, das als „dual use“-Forschung gefördert wird. Forschung, die auf dem Papier zivil ist, aber in der Praxis gegen Palästinenser:innen eingesetzt werden kann.
Und wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden:
Der Ludwig‑Bölkow‑Campus in Ottobrunn, heute Campus der TUM und Standort von Airbus Defence & Space, und Hensoldt, steht auf dem Gelände eines NS‑Luftfahrtforschungsinstituts. Gebaut mit Zwangsarbeitenden aus dem KZ Dachau.
Die letzten Reste des Lagers wurden 2017 weitgehend abgerissen kurz bevor Bayern hier Europas größten Luft‑ und Raumfahrt‑Campus ausrief, ohne ein Wort über die Geschichte zu verlieren.
Heute sitzen dort Firmen wie Hensoldt, die mit den israelischen Staatskonzernen Rafael und Israel Aerospace Industries Bomben, Luftabwehr und elektronische Kriegsführung entwickeln. Technologie, die nicht nur in Gaza sondern auch in Rojava eingesetzt wird. Und dieselbe TUM rühmt sich, gemeinsam mit Hensoldt „Europas führenden Defense‑Tech‑Hub“ aufzubauen.
Und wie reagiert die Universitätsleitung auf all diese Verstrickungen?
TUM‑Präsident Thomas HOFMANN sagte vor ein paar Tagen, mehr Hochschulen müssten sich „ihrer gesellschaftlichen Verantwortung“ bewusst werden, und man brauche Wissenschaft, um die freiheitlich‑demokratische Grundordnung und den Frieden zu sichern. Die gleiche Person bezeichnet Zivilklauseln als „falsch verstanden“.
Wenn Hofmann von „VerANTWORTung“ spricht, meint er: NOCH engere Zusammenarbeit mit Militär und Rüstungsindustrie. Wissenschaft soll nicht mehr nur KRITISIEREN. sie soll LIEFERN. Das ist keine Verteidigung der Demokratie. Das ist ihre UMDEUTUNG.
Wissenschaft soll nicht mehr nur kritisieren, sie soll liefern. Das ist keine Verteidigung der Demokratie. Das ist ihre Umdeutung. Und wir lassen uns nicht von deren Sprache täuschen. Militarisierung wird nicht plötzlich ethisch, nur weil man sie jetzt “Verantwortung” nennt. Wenn Universitäten sich mit Rüstungskonzernen verbünden, werden sie Teil politischer und militärischer Macht.
Es geht hier nicht um den Schutz der Demokratie.
Es geht darum, Wissenschaft in militärische Strategien zu integrieren.
Es sagt: Finanzierung ist wichtiger als Menschenleben.
Völkerrecht ist optional.
Alles ist erlaubt, solange man es „Sicherheit“ nennt.
Das ist keine neutrale Entscheidung, sondern eine politische Entscheidung! Und wenn Universitäten diese Logik übernehmen, verteidigen sie nicht die Demokratie. Sie lehren eine ganze Generation, dass sich Ethik beugt, wenn Macht es verlangt. Das ist keine Verantwortung. Das ist moralische Kapitulation, verkleidet als Strategie.
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist kein neutrales Forum. Hier treffen sich Regierungen und Rüstungskonzerne. Wenn Universitäten sich daran beteiligen, normalisieren sie diese Ordnung. Hörsäle werden zu Zulieferern für einen Apparat, der bombardiert, vertreibt und Menschen an Grenzen umbringt.
Und diese Logik endet nicht an den Mauern der Unis oder am Rand dieser Konferenz. Am Münchner Flughafen soll ein eigenes Abschiebeterminal entstehen. Ab 2028 könnten dort bis zu 100 Menschen an einem einzigen Tag abgeschoben werden: München soll zur Abschiebe Drehscheibe für Bayern, für die Bundesrepublik, vielleicht sogar für die EU werden.
Und bald werden wir auch die Horror Bilder aus den USA sehen: ICE an deutschen und europäischen Grenzen. Denn die Köpfe hinter diesen Abschottungsmodellen befinden sich gerade im Bayerischen Hof und schmieden Pläne, wie ICE in Europa umgesetzt werden kann.
Und genau das ist die Siko: Sicherheit für einige, Abschottung, Abschiebung und Tod für die anderen
Darum sagen wir: Es reicht nicht, einzelne Waffenexporte zu kritisieren. Wir müssen die Infrastruktur des Krieges angreifen. Alle israelischen Staatsuniversitäten sind strukturell in den militärisch industriellen Komplex eingebunden und spielen eine aktive Rolle bei der Aufrechterhaltung von Siedlerkolonialismus und Apartheid. Deutsche Universitäten und öffentlich finanzierte Forschungsinstitute sind strategische Partner: Sie liefern Zugang zu Fördergeldern, Laboren, Supercomputern, politischer Legitimation. Daher stellt sich die Frage: Wofür ist die offentliche Forschung?
Für Gesundheit und Klimagerechtigkeit? Oder für Drohnen und Grenzüberwachung?
Deshalb unterstützen wir das neue Kollektiv: Akademische Boykott Kampagne Deutschland. Ein Netzwerk auf regionaler Ebene, aus verschiedenen Gruppen, Kollektiven deutschlandweit, das gemeinsam daran arbeiten wird, dass Universitäten und akademische Bildungseinrichtungen nicht mehr mit israelischen Staatsuniversitäten, Rüstungsunternehmen und Apartheidsinstitutionen kollaborieren.
Unsere Forderungen sind klar: Keine militärische Forschung. Keine Kooperation mit Rüstungskonzernen. Keine institutionelle Beteiligung an der Sicherheitskonferenz.
An euch, die hier stehen, Studierende, Akademiker:innnen, Beschäftigte, Menschen dieser Stadt, richtet sich unser Appell: Wartet nicht darauf, dass Präsidien plötzlich ihr Gewissen entdecken. Organisiert euch in euren Fachschaften, euren Instituten, euren Gewerkschaften
Wir stehen hier, weil wir wissen: Sicherheit, die nur für einige gilt, ist keine Sicherheit, sie ist Herrschaft. Denn unsere Kämpfe sind nicht getrennt. Sie sind verbunden.
Die Bomben in Gaza, die Hungerblockade im Sudan, die Ausbeutung im Kongo, die Angriffe auf Rojava, der steigende Rechtsdruck in Deutschland, sie folgen derselben Logik. Es ist dieselbe Infrastruktur. Dieselben Konzerne. Dieselben politischen Allianzen. Und deshalb ist auch unsere Befreiung verbunden.
Es gibt keine Sicherheit auf einem brennenden Planeten.
Es gibt keine Freiheit, die auf der Unfreiheit anderer aufgebaut ist.
Es gibt keinen Frieden, der auf Militärtechnologie gegründet ist.
Wenn wir für Palästina kämpfen, kämpfen wir gegen Kolonialismus - überall.
Wenn wir gegen Abschiebungen kämpfen, kämpfen wir gegen globale Ungleichheit.
Wenn wir gegen Militarisierung an Universitäten kämpfen, kämpfen wir für eine Zukunft, in der Wissen schützt und nicht zerstört.
Und wenn sie weiter im Namen unserer Stadt, im Namen unserer Universitäten, im Namen unserer Werte, Kriege legitimieren, dann stehen wir hier:
Nicht leise.
Nicht vereinzelt.
Sondern laut.
Organisiert.
Und ungehorsam.
Nieder mit dem Imperialismus. Nieder mit dem Kolonialismus. Nieder mit dem Kapitalismus Nieder mit der Kriegsmaschinerie.
Free Palestine. Free Sudan. Free Congo. Free Kurdistan. Until all of us are free